Kind sitzt in einem großen Auszug in der Küche und spielt mit Töpfen und Pfannen.

Die kindersichere Küche

Wohnküche hin oder her, die Küche ist und bleibt eine Werkstatt – mit allen teils strombetriebenen Gerätschaften, die potenziell ganz schön gefährlich werden können. Auch wenn Eltern sich vor allem im Straßenverkehr Sorgen um ihre Kinder machen, die meisten Unfälle passieren daheim. Und hier ist gerade die Küche der mit Abstand gefährlichste Ort.

Leider ist die Küche für Kinder aber auch der faszinierendste Ort im Haus: Hier wird mit geheimnisvoll aussehenden Instrumenten gearbeitet. Es dampft, zischt, brodelt, knistert. Und es gibt Leckereien! All das zieht Kinder magisch an – umso mehr, wenn Mama, Papa oder ältere Geschwister da soeben zu Werke gehen.

Typische Gefahrenzonen in der Küche

Defacto steckt die gesamte Küche voller Verletzungsgefahren. Dazu zählen z. B.

  • scharfe Kanten von Küchenschränken,
  • offene Steckdosen, vor allem in Bodennähe,
  • frei hängende elektrische Zuleitungen
  • scharfe und spitze Werkzeuge
  • giftige Putzmittel und Spiritus
  • Plastiktüten und Alufolie
  • heiße Herdflächen und alles Brennbare
  • heißes Wasser, heiße Speisen
  • zerbrechliches Geschirr und Glasflaschen
  • Abfälle


Sicherheitsvorkehrungen an Küchenschränken

  • Damit kleine Krabbler sich nicht das Köpfchen anhauen, solltest Du an allen spitzen Kanten für Stoßdämpfer sorgen – zum Beispiel mit Eckenschützern und speziellen Gummierungen.
  • Selbst für grifflose Küchen gibt es geeignete Schrankschlösser. Frag Deinen Küchenhändler oder recherchiere im Internet.
  • Gerade der Schrank mit dem Putzmittel und Abfall sollte für die Lütten unzugänglich sein. Unerreichbar sollten auch die Plastiktüten aufbewahrt werden. Immer wieder ersticken Kinder, weil sie sich – gegenseitig oder selbst – aus Spaß eine Tüte über den Kopf ziehen.
  • Im Babyalter wird alles am liebsten angenagt. Plastiktüten sind auch dazu nicht geeignet und alles andere als gesund. Alufolie ebensowenig – was Millionen Nespresso-Trinkern aber anscheinend einerlei ist.
  • Flaschen und zerbrechliches Geschirr bewahrst Du am besten ebenso kindersicher auf. Das Gleiche gilt für die vielen kleinen Dinge, die es in einer Küche so gibt, und an denen man sich gut verschlucken kann: Brühwürfel, Flaschenverschlüsse, Kühlschrankmagnete ... Apropos Kühlschrank: Wenn Du verhindern willst, dass am Ende des Tages alles aufgetaut oder verdorben ist, weil Dein Nachwuchs nach der Kühlschrankdurchsuchung die Tür offen stehen ließ, bring auch hier eine Sicherung an.
  • Eine Schubladensicherung verschließt Auszüge mit Messern, Scheren, Korkenziehern und anderen scharfen oder spitzen Gegenständen.


(Zugegeben: Die grifflos-puristische Hochglanzküche sieht mit solchen Erweiterungen nicht mehr stylisch aus. Tröste Dich: Ehe Du Dich’s versiehst, ist das süße Baby ein ausgewachsenes Gör, das in der Küche keinen Strich mehr tun will ;-) Bis es soweit ist, muss die Küche aber kindersicher sein.)

Gefahrenzone Herd

  • Ein Herdschutzgitter verhindert den Zugriff des Kindes auf heiße Herdplatten und Töpfe. Induktionsherde haben den Vorteil, selbst kalt zu bleiben.
  • Am sichersten ist es, wenn Du nur auf den hintersten Platten kochst und Pfannenstiele immer nach hinten drehst. Sie sollten nie über die Herdkante hinausragen, wo tastende Kinderhände sie ergreifen könnten.
  • Ein Herdtürstopp verhindert, dass Dein Kind die Ofentür selbstständig öffnet. Obacht: Nicht nur das Backrohr, auch Geschirrspüler und Waschmaschine eignen sich ja so gut zum Versteckspielen ...
  • Schutzvorrichtungen an den Kochzonenreglern oder Sperrungen bei Touchscreens verhindern, dass Dein Kind den Herd einschaltet.
  • Im Idealfall ist der Backofen so hoch eingebaut werden, dass ein zweijähriges Kind nicht hineinschauen kann. Achte bei der Neuanschaffung darauf, dass weder Griff noch das Frontglas heiß werden können. Viele Gerätehersteller haben ihre Öfen dahingehend optimiert.


Kabel und Elektrogeräte

  • Um gefährliche Stromschläge zu verhindern, ist es am besten, sämtliche Steckdosen mit einer Steckdosensicherung abzusichern – auch wenn sie sich hoch oder z. B. an der Nischenrückwand befinden.
  • Elektrokabel vom Wasserkocher, Eierkocher, Kaffeemaschine oder Toaster dürfen nie über die Kante der Arbeitsfläche hinausragen. Gefährlich: In älteren Küchen ist die Bedieneinheit der Ofenfront oft mit einer Steckdose ausgestattet. Oft wird hier der häufig verwendete Wasserkocher angeschlossen. Ein kleines Kind sieht von unten nur die interessante weiße Kabelschlaufe, greift danach und zieht ... Den Rest mag man sich nicht ausmalen, schon gar nicht, wenn eine Fritteuse im Spiel ist.
  • Stromkabel zu kleinen Haushaltshelfern solltest Du daher immer so legen, dass die Geräte daran keinesfalls heruntergerissen werden können. Lass Dir notfalls vom Elektriker oder Küchenfachmann eine Steckdose an der Nischenrückwand installieren.


Noch mehr Tipps und Tricks

  • Verzichte auf Tischdecken, denn wie Kabel locken sie zum Ziehen, sodass alles, was auf dem Tisch steht, auf das Kind fällt ...
  • Entferne Kletterhilfen aus Deiner Küche. Dazu zählen in erster Linie die sogenannten Küchenhocker mit integrierter Leiter, aber auch Stühle, die Querstreben zwischen den Stuhlbeinen haben.
  • Präpariere eine für Dein Kind erreichbare Küchenschublade mit allem, was Spaß macht, aber ungefährlich ist: Vorratsdosen und Deckel, Geschirrhandtücher, Holz- und Eierlöffel, Frühstücksbrettchen. Oder ziehe die Spielküche in die Küche um. Dann können Deine Kinder in ihrer Küche werken und Du in Deiner.
  • Nicht zuletzt: Mit einem Fliesenboden kann in der Küche auch mit Wasser gepanscht und „gekocht“ werden, ohne dass es Probleme macht, wenn was daneben geht.


Mehr Infos und Broschüren zum sicheren Haushalt bekommst Du unter www.das-sichere-haus.de

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